Das Projekt

„Angstfrei mobil“: Öffentliche Verkehrsmittel ohne Angst benutzen

Mobilität gehört zu unserem alltäglichen Leben. Aber: Eine Reise durch die Stadt mit der U-Bahn, mit dem Bus oder mit der Straßenbahn ist für viele Menschen schwierig.

Beklemmung und Unwohlsein in Anlagen des Wiener öffentlichen Verkehrs stehen seit Oktober im Zentrum eines zweijährigen Forschungsprojektes. In den letzten Jahren wurden zwar zahlreiche Maßnahmen im Bereich Fahrgastkomfort sowie Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte und sinnesbeeinträchtigte Personen getroffen, doch psychosoziale Beeinträchtigungen oder Angstzustände weitgehend ausgeklammert.  Zur Schließung dieser Forschungslücke wird nun fachübergreifend mit SozialwissenschafterInnen, VerkehrspsychologInnen und Selbsthilfeorganisationen im Auftrag der Wiener Stadtwerke an der Identifizierung  und Auflösung von angsterzeugenden Situationen rund um den  öffentlichen Verkehr gearbeitet: ob Parkplätze, Garagen, Lifte, Rolltreppen, menschenleere Waggons, Stationen oder Dunkelheit in Wartebereichen und Stationsumgebungen.  Die Wienerinnen und Wiener sind nun dazu aufgerufen, über ihre Erfahrungen und  Eindrücke wie problematische Situationen, die Unwohlsein und Ängste auslösen oder verstärken, zu sprechen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Ihre Beiträge werden selbstverständlich datenschutzkonform anonym behandelt und dienen ausschließlich dem Forschungsteam zur Analyse und Lösung bestehender Probleme.

Mittels qualitativer und quantitativer Methoden soll der Themenbereich „Angst im Umfeld (digitaler) Medien- und Kommuniationsangebote“ erforscht werden, um betroffenen Personen in Zukunft bessere und nachhaltige Mobilitätsangebote zu ermöglichen.

Mobilität ist im alltäglichen Leben wichtig, um am sozialen Leben teilnehmen zu können.
Eine Reise durch die Stadt mit U-Bahn, Bus und Straßenbahn kann beängstigend und einengend sein.

Bauliche Barrieren in Stationen und Haltestellen, sowie in Fahrzeugen sind bereits Großteils überwunden. Auch optische und akustische Barrieren werden laufend abgebaut. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kann die Bewegung im öffentlichen Raum aber immer noch schnell zu einer Belastung werden.

Seit Oktober 2020 werden die vorhandene Infrastruktur, Informations- und Mobilitätsangebote, sowie Smartphone-Apps auf die Eignung für Menschen mit psychischen Erkrankungen geprüft.
Mit Hilfe von Befragungen und sensitiven Vor-Ort-Begehungen mit betroffenen Personen sollen sowohl unterstützende Maßnahmen als auch Barrieren und besondere Anforderungen im Wiener  öffentlichen Verkehr  erhoben werden.

Die Ergebnisse werden in Folge gemeinsam mit ExpertInnen für Angststörungen und Technik-Spezialisten in Workshops analysiert und diskutiert.

Das Projekt konzentriert sich auf folgende Fragen:

  • WAS sind die Gründe, warum öffentliche Verkehrsmittel von den untersuchten Personengruppen nicht oder nicht oft genutzt werden?
  • WAS kann dagegen getan werden & WIE kann Hilfe durch (kommunikative und mediale) Infrastruktur ermöglicht werden?
  • Welche Anpassungen wären hilfreich bei:
    • vorhandenen & digitalen Informationskanälen,
    • Personal & Sicherheitsfachkräften,
    • Schulungsmaßnahmen & Informationsverbreitung
    • und der WienMobil App
  • Wie können Situationen durch (verbesserte) Maßnahmen entkräftet, werden um Eskalationen zu verhindern?
  • Können präventive Maßnahmen für Fahrgäste entwickelt werden, um mögliche Gefahren rasch zu erkennen und frühzeitig zu reagieren?
  • Wie können Störungen des Betriebes – wie Stehen vor den Ausgängen – aus Angst, den Ausstieg zu versäumen durch einfache Mittel entschärft werden?
  • Evaluierung für den Einsatz von Maßnahmen für verbesserte Informationsverbreitung.
    • Wo finde ich die nächste Notrufsäule und darf ich sie verwenden? Wen darf ich ansprechen?

Das Projekt “Angstfrei mobil” wird gefördert, bzw. finanziert aus Mitteln des Wiener Stadtwerke Innovationsfonds.